Montag, 12. Dezember 2011

Und wieder

Weht ein Wind aus uralter Zeit,

er raunt seine eigenen Reisegespräche.

Alte Seelen

ziehen um die Häuser.

Und hinter beschlagenen Fensterscheiben

bei schlafendem Kerzenlicht

sitzen ihre runzelnden Gesichter

am Tisch der Sehnsucht.

Ihre Geschichten bilden ein Kleid aus Rätseln

sie erzählen sich

wilde Windsommergeschichten.

Alte Wurzelweiber

Sommermädchen

Feuerfrauen

erinnern sich an warme Flügelschläge

an duftende Rosen

sie singen laute rosarote Lieder.

Ihre Klänge dringen durchs Gemäuer

raus in wilde Stürme.

Und irgendwo

beantwortet der Klang der kühlen Erde

ihre Stimmen

Wurzellieder ohne Anfang ohne Ende

von ungezogenen Geschichten.

Lächelnd runzelt sich die Erdhaut

Ein letztes Mal..

Ein letztes Mal.


Freitag, 18. November 2011

Herbstgold


Herbstgold fließend

durch kalte Novembertage

dem Menschenaug ein Funke

Goldner Regen

ohne Klamm und Nässe

Leuchtend klar im Sonnenlicht


Alle Augen erfreuen

sich an goldnem Blättermeer

und ein weicher wie sonst nie

geschmeckter Duft durchzieht

des einen oder anderen Nase

wer herzensoffen diese goldne Laune

in aller Prächtigkeit bestaune

der wird sehen

wie alles beginnt

und vergeht


Herbstgolden

klar und sinnlich fallen

wie von Sinnen abertausende von ihnen

sonnengelbe, purpurrote, grellorange

und gemischte

manche seufzend schwer

andre leicht beflügelt frei

fallen und der wind erfüllt in Eile

seinen Liebgesang

bevor sie alle ihm erliegen


Menschenstiefel

Fernen Klängen lauschen

verspüren pure Lust

und Wonne beim Durchschreiten

Schlendern manche rasend

durch dieses goldne Blätterglück

rascheln laut mal leise

horchen auf ihr Herzgefühl

streifen Blicke hohe Lüfte

hängen den Gedanken nach


Menschenarme weit entfacht und drehend

alle Sinne ausgestreckt

Kalter Atemhauch erregt

ohne Puste fordert stillstehn

Gemüt beruhigt erwidert noch

bevor die Dämmerung beginnt

das letzte goldne Blättertreiben


Freitag, 11. November 2011

Alle Zeit der Welt mit dir wäre nicht genug,
aber beginnen wir mit der Ewigkeit.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

HerbstLicht








Montag, 26. September 2011

Manchmal muss man das Leben einfach ausprobieren

Manchmal muss man das Leben einfach ausprobieren

Wie Himbeereis

Ganz einfach

In fahrendem Karussell aufstehn

Und zeigen, wie schön sein ist.

Manchmal muss man das Leben einfach ausprobieren

Etwas wagen

Auf ein Schiff steigen

Fahrt ins Meer

Losfahren – und ungewiss wohin

Manchmal muss man das Leben einfach ausprobieren

Barfuss laufen

Wilde Bilder malen

Über Stoppelfelder rennen

Mit Oktobersonnenschein im Nackenhaar

Manchmal muss man das Leben einfach ausprobieren

Hände in fremde Taschen stecken

Oder in bekannte warme

Überkopf küssen üben

Und ins Telefon flüstern: Kommst du bald?

Manchmal muss man das Leben einfach ausprobieren

Herbstregentänze tanzen

Älter werden

Tränen lachen

Und wissen

Dass wir das Leben einfach ausprobieren.



Sonntag, 25. September 2011

Dieser eine Tag mit ihm

An dem sie unter Wasser getaucht wurde

Getauft wurde

In seinem heiligen Namen

Rein gewaschen, erlöst und frei von allem was war

Eine neues Leben

Alles weg.

Dieses unbegreifliche unbeschreibliche Gefühl

Dieses Glück, das sie versprühen wollte

Weil sie es zu tragen kaum aushielt

Dieses Glück

Das sie strahlen ließ

Tränen flossen

Diese Menschen

Um sie

Die sie so sehr lieben

Die für sie sind

ihr Blumen, Bücher, Kuchen Kerzen Worte schenkten

Ein Herz aus Stein

Ganz weich und zart

Liebe Worte

Die sie rührten

Umarmungen mit Lachen

Laute Gedanken

Und leise

Dieser eine Tag mit ihm

An dem sie bekannte

Das er sie liebt

Schon lange bevor sie es wusste

An dem sie sagte

Ja

du bist mein Gott

und ich

bin dein Kind



Samstag, 20. August 2011

„Ich weiß nur dass es den Mann im Mond nicht gibt, der alles heil macht“,

sagte sie

und trank am frühen Morgen zerzausten Haares ihren Rotwein.

Sie schloss die Augen

Sah wie er im Kopfstand stehend eine Rose zückte

Wie er sie über seine Schultern hob

Haare flogen

und sie lachend trug

wie sie

später dann

ihre einsamen Hände in seine tiefen aufgewärmten Jackentaschen vergraben konnte.

Sie sah wie

sein Lachen einem Junitag glich

und alles nach Holunder roch.

„Ich weiß nur, dass es den Mann im Mond nicht gibt, der alles heil macht.

Ich mal mir dann ein happy end aus

Das ist schwer an manchen Tagen.“