Samstag, 20. August 2011

„Ich weiß nur dass es den Mann im Mond nicht gibt, der alles heil macht“,

sagte sie

und trank am frühen Morgen zerzausten Haares ihren Rotwein.

Sie schloss die Augen

Sah wie er im Kopfstand stehend eine Rose zückte

Wie er sie über seine Schultern hob

Haare flogen

und sie lachend trug

wie sie

später dann

ihre einsamen Hände in seine tiefen aufgewärmten Jackentaschen vergraben konnte.

Sie sah wie

sein Lachen einem Junitag glich

und alles nach Holunder roch.

„Ich weiß nur, dass es den Mann im Mond nicht gibt, der alles heil macht.

Ich mal mir dann ein happy end aus

Das ist schwer an manchen Tagen.“

Samstag, 25. Juni 2011

GOTT ist der, der weiß, wie das Leben ist!



himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

wie ein Biss in rote Wassermelonen

oder wenn einer sagt, er will dich nicht

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

dass ist wie ein neues Kleid zu kaufen

oder das Gefühl die erste Liebe wiederzutreffen

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

wie ein barfüssiger Regentanz bei Sommerhitze

sich alleine fühlen

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

Gänsehaut, wenn der Vampir das Mädchen küsst

wie wenn dein Bauch von innen schreit

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

wenn du durch einen Rosengarten laufen kannst

oder jemand einen langen Abschied nimmt

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

dem einen vor die Füße zu fallen und zu singen

leere verspüren

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

sonnenschein und Musik von innen

oder ein schreiendes Herz

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

allen mit nase oben zeigen wie schön sein ist

und auch alles manchmal sinnlos finden

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

wenn jemand den Himmel auf die Erde bringt

oder die Hölle einläd

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt

ist wie scharlachroter Lippentift

beides zugleich

himmelhochjauchzend

zutodebetrübt..

Montag, 25. April 2011

Sowas zartes kleines..

Nur eine Berührung

Es fängt an

Wer bewegt sich als nächstes?

Er

Oder

Sie?

Oder sie beide?

Unbeschwert

Berührt

Voneinander

Gehen sie

Aufeinander zu

Fremd und vertraut

Augenaufschläge werden gesehen

Seitenblicke

Er beobachtet sie

Sie beobachtet ihn

Wer bewegt sich als nächstes?

Eine Berührung für heute

Eine für morgen

Jeder Tag ein neues Kennenlernen

Wer bist du heute?

Wer bist du morgen?

Bleibst du der?

Bleibst du die?











Ich hab da ein gutes Gefühl

Wenn ich durch Butterblumenwiesen laufe

Barfuss mit rotlackierten Nägeln

Wenn die Sonne meine Haut aufwärmt

Und alles schimmert leuchtend prall

Ich hab da ein gutes Gefühl

Wenn alle Sommersprossen spriessen

beim ersten zarten Sonnenbrand

und roten Druckstellen von neuen Ballerinas

Ich hab da ein gutes Gefühl

Beim ersten Eis mit Sahne

Wenn die Mädchen wieder Röcke tragen

Und dieses Frühlingslachen!

Ich hab da ein gutes Gefühl

Wenn mir die Hitze im Auto entgegenschlägt

Und Blütenstaub den Lack verzaubert

Überall das Blühen seinen Anfang singt

Wo hast du dein gutes Gefühl?

Samstag, 29. Januar 2011

Bald..bald wirst du wieder auf einer Brücke steh‘n und in den Wind lächeln

Du erwachst

Alles ist so wie gestern

Und der Tag davor

Die Lichter sind zu hell

Du gehst dem Tag entgegen

Sowie dem gestern

Und dem davor

Wäscht dein Gesicht

Kaltes klares Wasser auf Tränenhaut

Du musst raus hier

Alles schreit

Draussen wirkt es leiser

Die Stimmen verfliegen im Wind

Hochgezogene Schultern laufen durch

windbewegte Sonnenstrahlen

Kurz zwingst du dich sie zu genießen

Es gelingt

Kurz

Schmerzvolle blicke

Die Lippen zittern

Du schaffst es gerade noch zurück in deine Wohnung

Bevor du brichst

Wie gestern

Und am Tag davor

Du brichst beim Blick in den Spiegel

Tränenhaut schimmert dir entgegen

Zitternde Lippen

Du brichst

In die Knie

Deine Finger krallen sich in den Boden

Du schreist

Wie gestern und

Am Tag davor

Kopf, Knie, Hände, alles zu Boden

Zeit, Licht, Bewegung, alles fällt

Doch morgen

Und am Tag danach

Gehst du wieder hinaus

Mit hochgezogenen Schultern

Zitternden Lippen

Schreienden Herzens

Und rennst durch den Wind

Du wirst schneller

Morgen wie heute

Und am Tag danach

Schneller

und bald..

bald stehst du auf einer Brücke und lächelst in den Wind.

Freitag, 7. Januar 2011


Kinosicht

Leinwände mit laufenden Bildern

Bilder die aussprechen

wonach die Sehnsucht am lautesten schreit

Bilder die Träume erzählen

unter die Haut fahren

ein Ticket in Fernen

Ein Sitz für alles

den Blick nach vorne gerichtet

im Jetztsein verloren

das Auge sieht

was es will

die Seele sieht

was sie fühlt.

das Herz sieht

was berührt.

die Tränen

sprechen alles aus

Fäuste geballt und

unter die Beine geschoben

Spannung durchzieht alles

von Kopf

bis Fuß

die Schuhe fliegen davon

zurück bleibt das

was bleibt

die Realität ist weg

weit weg

hat beim Eintreten

Platz gemacht

Platz für Leben

versunken im Sitz

wenn er Einlass bieten würde

wären die Füße längst verschwunden

auf dem Weg

dem entgegen

was sieht

und fühlt

und will

den Träumen zu nah

Kinosicht