Samstag, 25. Juni 2011
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
wie ein Biss in rote Wassermelonen
oder wenn einer sagt, er will dich nicht
himmelhochjauchzendzutodebetrübt
dass ist wie ein neues Kleid zu kaufen
oder das Gefühl die erste Liebe wiederzutreffen
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
wie ein barfüssiger Regentanz bei Sommerhitze
sich alleine fühlen
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
Gänsehaut, wenn der Vampir das Mädchen küsst
wie wenn dein Bauch von innen schreit
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
wenn du durch einen Rosengarten laufen kannst
oder jemand einen langen Abschied nimmt
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
dem einen vor die Füße zu fallen und zu singen
leere verspüren
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
sonnenschein und Musik von innen
oder ein schreiendes Herz
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
allen mit nase oben zeigen wie schön sein ist
und auch alles manchmal sinnlos finden
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
wenn jemand den Himmel auf die Erde bringt
oder die Hölle einläd
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt
ist wie scharlachroter Lippentift
beides zugleich
himmelhochjauchzend
zutodebetrübt..
Montag, 25. April 2011
Sowas zartes kleines..
Nur eine Berührung
Es fängt an
Wer bewegt sich als nächstes?
Er
Oder
Sie?
Oder sie beide?
Unbeschwert
Berührt
Voneinander
Gehen sie
Aufeinander zu
Fremd und vertraut
Augenaufschläge werden gesehen
Seitenblicke
Er beobachtet sie
Sie beobachtet ihn
Wer bewegt sich als nächstes?
Eine Berührung für heute
Eine für morgen
Jeder Tag ein neues Kennenlernen
Wer bist du heute?
Wer bist du morgen?
Bleibst du der?
Bleibst du die?
Ich hab da ein gutes Gefühl
Wenn ich durch Butterblumenwiesen laufe
Barfuss mit rotlackierten Nägeln
Wenn die Sonne meine Haut aufwärmt
Und alles schimmert leuchtend prall
Ich hab da ein gutes Gefühl
Wenn alle Sommersprossen spriessen
beim ersten zarten Sonnenbrand
und roten Druckstellen von neuen Ballerinas
Ich hab da ein gutes Gefühl
Beim ersten Eis mit Sahne
Wenn die Mädchen wieder Röcke tragen
Und dieses Frühlingslachen!
Ich hab da ein gutes Gefühl
Wenn mir die Hitze im Auto entgegenschlägt
Und Blütenstaub den Lack verzaubert
Überall das Blühen seinen Anfang singt
Wo hast du dein gutes Gefühl?
Samstag, 29. Januar 2011
Bald..bald wirst du wieder auf einer Brücke steh‘n und in den Wind lächeln
Du erwachst
Alles ist so wie gestern
Und der Tag davor
Die Lichter sind zu hell
Du gehst dem Tag entgegen
Sowie dem gestern
Und dem davor
Wäscht dein Gesicht
Kaltes klares Wasser auf Tränenhaut
Du musst raus hier
Alles schreit
Draussen wirkt es leiser
Die Stimmen verfliegen im Wind
Hochgezogene Schultern laufen durch
windbewegte Sonnenstrahlen
Kurz zwingst du dich sie zu genießen
Es gelingt
Kurz
Schmerzvolle blicke
Die Lippen zittern
Du schaffst es gerade noch zurück in deine Wohnung
Bevor du brichst
Wie gestern
Und am Tag davor
Du brichst beim Blick in den Spiegel
Tränenhaut schimmert dir entgegen
Zitternde Lippen
Du brichst
In die Knie
Deine Finger krallen sich in den Boden
Du schreist
Wie gestern und
Am Tag davor
Kopf, Knie, Hände, alles zu Boden
Zeit, Licht, Bewegung, alles fällt
Doch morgen
Und am Tag danach
Gehst du wieder hinaus
Mit hochgezogenen Schultern
Zitternden Lippen
Schreienden Herzens
Und rennst durch den Wind
Du wirst schneller
Morgen wie heute
Und am Tag danach
Schneller
und bald..
bald stehst du auf einer Brücke und lächelst in den Wind.
Freitag, 7. Januar 2011
Kinosicht
Leinwände mit laufenden Bildern
Bilder die aussprechen
wonach die Sehnsucht am lautesten schreit
Bilder die Träume erzählen
unter die Haut fahren
ein Ticket in Fernen
Ein Sitz für alles
den Blick nach vorne gerichtet
im Jetztsein verloren
das Auge sieht
was es will
die Seele sieht
was sie fühlt.
das Herz sieht
was berührt.
die Tränen
sprechen alles aus
Fäuste geballt und
unter die Beine geschoben
Spannung durchzieht alles
von Kopf
bis Fuß
die Schuhe fliegen davon
zurück bleibt das
was bleibt
die Realität ist weg
weit weg
hat beim Eintreten
Platz gemacht
Platz für Leben
versunken im Sitz
wenn er Einlass bieten würde
wären die Füße längst verschwunden
auf dem Weg
dem entgegen
was sieht
und fühlt
und will
den Träumen zu nah
Kinosicht
Sonntag, 14. Februar 2010
Ein Café voller Tulpen
Doch tanzen all die Tulpen in diesem Café
In diesem Café voller Tagträumer
Posaunen leise ihren Frühling
ignorierend all die weißbedeckten Felder Wiesen Wälder
rosaleuchtend lilasüß ihr Duft
so liebevoll in hellweiße Vasen gesteckt, Kaffeetische geschmückt
als Blickfang
hier in diesem Café
für Menschen mit Kaffeelust im Herzen.
Für Menschen mit Tagträumen.
stehe ich auf Füßen
in den Ohren klingt ein Wind
den ich nicht kenne
er stellt viele Fragen
manche mir
manche dir
ich lehne an fremden Mauern
bewachsen mit fremden Gesichtern
nur ein lächeln mir bekannter weise
nimmt den Taumel
soviel unbeantworteter Wind
eine Sonnenmenge neuer Bilder
jedes von gemalter Hand
eins dir
eins mir gezeichnet
Gesichter dir uns lächelnd
ihre Gedanken
vor die Füße werfen
mir
und dir
so wie ich in gelben Schuhe stehe
gegen fremde Mauern lehne
mir fragender Wind in den Ohren klingt
so wie ich dir sage
ich wage zu zerreisen
alle Gesichter
alle Bilder
alle Windeseile
um den fremden mauern zu entfliehen
nimm meine Hand in deine
und gib mir deine Hand in meine
Sonntag, 6. Dezember 2009
ohne ihn zu leben.
sie ist nicht mehr bereit
auch nur einen schritt zu gehen,
wenn er sie nicht begleitet.
sie ist nicht mehr bereit zu fallen
ohne aufgefangen zu werden.
sie ist nicht mehr bereit
das zu missen,
was er ihr geben kann.
Was er ihr geben kann?
„Alles kann er dir geben Mädchen.“
sagen die Menschen zu ihr.
„Alles.“
Aber schenkt er ihr ein Lächeln,
wenn sie einen Marienkäfer findet?
Aber würde er mit ihr Salat vom Markt holen?
Aber würde er sich mit ihr über die Blau's am Himmel streiten?
Aber würde er sie von seinem Eis probieren lassen?
Aber würde er sie hoch heben, wenn sie in der falschen Reihe stünde?
Aber würde er ihr Briefchen schreiben?
Aber würde er sich in ihrer Sonnenbrille spiegeln?
Aber würde er ihr Butterkuchen backen?
Aber würde er sie küssen?
Aber würde er barfuss mit ihr durch die Wiese rennen?
Aber würde er ihr die Bilder in die Wände dübeln?
Aber würde er ihr von fernen Reisen erzählen?
Und sie mitnehmen, überallhin?
Aber würde er ihr sagen, dass sie schön ist?
Aber würde er sein Lieblingslied summen?
Aber würde er ein schönes Wort wissen, von a bis z?
Aber würde er Fehler machen, genau wie sie?
Aber würde er beim grinsen, hellrote Backen kriegen?
Aber würde er ihr die Hand im Kino halten?
Aber würde er ihr eine Sonnenblume mitbringen?
Aber würde er ihr...
„Das nicht.“ sagt sie.
Er ging mit ihnen um, wie ein Adler der seinen Jungen das Fliegen lehrt.
Er wirft sie aus dem Nest, begleitet ihren Flug, und wenn sie fallen, ist er da,
er breitet seine Schwingen unter ihnen aus und fängt sie auf.
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Wir müssen aus unserem Nest heraus.
denn Erfahrungen und Herausforderungen des Lebens entgegen.
Uns dem Leben in die Arme werfen.
Das Leben leben.
So wie er sich das für uns dachte.
Und manchmal schubst er uns hinaus, aus dem Nest.
Wenn wir zulange auf einer Stelle verweilen,
uns zurück lehnen und nicht weitergehen,
in der Gewohnheit stehen bleiben,
nicht weiterwachsen.
Er schubst und lässt uns fallen.
Es kann es sein dass wir hart landen,
Bruchlanden,
Sturzflüge hinlegen und uns verletzen,
den Lebensweg für Zeiten verlassen,
ja sogar unser Leben lassen.
Aber er begleitet stets unseren Flug.
Er mutet uns das zu, was wir imstande sind auszuhalten.
Wir entscheiden nicht über die Definition, welcher Flug zu hart war,
welcher Sturz er hätte nicht zulassen dürfen.
Auch wenn wir uns verlassen fühlen
wir sind es nicht.
Auch wenn wir warten.
Auch wenn wir seine schützenden Schwingen nicht spüren.
Auch wenn wir aufgeben.
Wir alle fallen.
Und doch ist er da.
Er ist da und hält dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen.
Samstag, 10. Oktober 2009
was heißt leben
jeden tag ein neuer tag
aufstehn
wach sein
frei sein
des lebens frei
des lebens willen
himmelswillen
des lebens mächtig
tage immer neu beginnen
wirklich neu
gestern gestern sein lassen
und mich dem leben in die arme werfen
manche tage nur besuchen
oder überspringen
manche tage zweimal genießen
oder länger länger werden lassen
von allem kosten
kostenlos
im wachsen stehen
mit flügeln
losfliegen
trudeln
trödeln
schmöckern
schmollen
dann wann mir danach beliebt
himbeeren pflücken
und juli riechen
ununterbrochen leben
leben leben
so wie ichs vermag
so wies mir bekommt
jeden tag losgehn angehn
wiedersehn
Sonntag, 30. August 2009
Dienstag, 25. August 2009
Samstag, 8. August 2009
Ihr buch liegt aufgeschlagen auf ihren knien
aber sie liest nicht
was sie liest das liest sie nicht
ihre augen huschen über worte zeilen
lesen sie doch ihre gedanken
sind verloren in anderen geschichten
ihr buch liegt aufgeschlagen auf ihren Knien
aber sie liest nicht
sie blickt aus dem fenster
gedanken verloren
alles rast an ihr vorüber
ihre augen folgen allem
zack zack zack sekunden
schnell
auf dem platz gegenüber fragt sich ein junger mann
warum sie aus dem fenster sieht
ihr buch liegt aufgeschlagen auf ihren Knien
aber sie liest nicht
was liest sie da draussen
sekunden ziehen an ihr vorbei
und sie wünscht sich ihre gedanken zu verlieren
nächste sekunde, gefühlt geplatzt
alles steht still nichts rast
atem steht
sie dreht die musik laut in ihren ohren
so dass sie es beinahe nicht auszuhalten vermag
so laut dass es schmerzt
so laut dass sie den atem wieder findet
sie hält den kopf hoch erhoben
das buch auf ihren knien ist aufgeschlagen
bebt droht zu rutschen
sie liest nicht
fäuste geballt sie löst die füße aus den schuhen
verliert den boden unter den füßen
und ihre fassung
alles in derselben sekunde
sie sieht sich an im innern
ruft sich zu über die betörend laute musik hinweg
sie dich an
sie senkt den blick
fängt die worte der aufgeschlagenen seite
des buches auf ihren knien
liest
„..dachte an die schwammige Theorie, derzufolge man nichts unternehmen sollte, solange man im Sinken begriffen war, sondern warten, bis man den grund berührte, von dem man sich abstoßen konnte, um wieder an die oberfläche zu gelangen...“
blickt auf
und in diesem moment dachte sie an den geruch einer zartrosagelben aprikose und hielt sie gefühlt vor ihre nase.
Nächste sekunde
sie klappt das buch zu
lässt es ruhig auf ihren knien liegen
und lächelt dem jungen mann zu der sich nun frägt
warum er die Julisonne in ihrem gesicht spürt