Samstag, 29. Januar 2011

Bald..bald wirst du wieder auf einer Brücke steh‘n und in den Wind lächeln

Du erwachst

Alles ist so wie gestern

Und der Tag davor

Die Lichter sind zu hell

Du gehst dem Tag entgegen

Sowie dem gestern

Und dem davor

Wäscht dein Gesicht

Kaltes klares Wasser auf Tränenhaut

Du musst raus hier

Alles schreit

Draussen wirkt es leiser

Die Stimmen verfliegen im Wind

Hochgezogene Schultern laufen durch

windbewegte Sonnenstrahlen

Kurz zwingst du dich sie zu genießen

Es gelingt

Kurz

Schmerzvolle blicke

Die Lippen zittern

Du schaffst es gerade noch zurück in deine Wohnung

Bevor du brichst

Wie gestern

Und am Tag davor

Du brichst beim Blick in den Spiegel

Tränenhaut schimmert dir entgegen

Zitternde Lippen

Du brichst

In die Knie

Deine Finger krallen sich in den Boden

Du schreist

Wie gestern und

Am Tag davor

Kopf, Knie, Hände, alles zu Boden

Zeit, Licht, Bewegung, alles fällt

Doch morgen

Und am Tag danach

Gehst du wieder hinaus

Mit hochgezogenen Schultern

Zitternden Lippen

Schreienden Herzens

Und rennst durch den Wind

Du wirst schneller

Morgen wie heute

Und am Tag danach

Schneller

und bald..

bald stehst du auf einer Brücke und lächelst in den Wind.

Freitag, 7. Januar 2011


Kinosicht

Leinwände mit laufenden Bildern

Bilder die aussprechen

wonach die Sehnsucht am lautesten schreit

Bilder die Träume erzählen

unter die Haut fahren

ein Ticket in Fernen

Ein Sitz für alles

den Blick nach vorne gerichtet

im Jetztsein verloren

das Auge sieht

was es will

die Seele sieht

was sie fühlt.

das Herz sieht

was berührt.

die Tränen

sprechen alles aus

Fäuste geballt und

unter die Beine geschoben

Spannung durchzieht alles

von Kopf

bis Fuß

die Schuhe fliegen davon

zurück bleibt das

was bleibt

die Realität ist weg

weit weg

hat beim Eintreten

Platz gemacht

Platz für Leben

versunken im Sitz

wenn er Einlass bieten würde

wären die Füße längst verschwunden

auf dem Weg

dem entgegen

was sieht

und fühlt

und will

den Träumen zu nah

Kinosicht

Sonntag, 14. Februar 2010


Tulpenträume


Ein Café voller Tulpen
Tulpenwirbeltanz für Menschen
für Menschen zum Tagträumen
.
.


draussen wirblentanzen letzte Schneeflocken
die der Winter loswerden will
eine jede sagen soll
ich bin noch da
ich der Winter.
.
.
.
.

Doch tanzen all die Tulpen in diesem Café
In diesem Café voller Tagträumer
Posaunen leise ihren Frühling
ignorierend all die weißbedeckten Felder Wiesen Wälder
rosaleuchtend lilasüß ihr Duft
hier zwischen all den Kaffeetassen und Kuchentellern hängt
Keiner entzieht sich ihrer Farbenpracht.
.
.

Sie haben Tulpenträume an diesem kalten Wintermorgen
so liebevoll in hellweiße Vasen gesteckt, Kaffeetische geschmückt
als Blickfang
hier in diesem Café
für Menschen mit Kaffeelust im Herzen.
Für Menschen mit Tagträumen.
In gelben Schuhen
stehe ich auf Füßen
in den Ohren klingt ein Wind
den ich nicht kenne
er stellt viele Fragen
manche mir
manche dir
ich lehne an fremden Mauern
bewachsen mit fremden Gesichtern
nur ein lächeln mir bekannter weise
nimmt den Taumel
soviel unbeantworteter Wind
eine Sonnenmenge neuer Bilder
jedes von gemalter Hand
eins dir
eins mir gezeichnet
Gesichter dir uns lächelnd
ihre Gedanken
vor die Füße werfen
mir
und dir
so wie ich in gelben Schuhe stehe
gegen fremde Mauern lehne
mir fragender Wind in den Ohren klingt
so wie ich dir sage
ich wage zu zerreisen
alle Gesichter
alle Bilder
alle Windeseile
um den fremden mauern zu entfliehen
nimm meine Hand in deine
und gib mir deine Hand in meine

Sonntag, 6. Dezember 2009



.das nicht.


.
.
Sie ist nicht mehr bereit
ohne ihn zu leben.
sie ist nicht mehr bereit
auch nur einen schritt zu gehen,
wenn er sie nicht begleitet.
sie ist nicht mehr bereit zu fallen
ohne aufgefangen zu werden.
sie ist nicht mehr bereit
das zu missen,
was er ihr geben kann.


Was er ihr geben kann?
„Alles kann er dir geben Mädchen.“
sagen die Menschen zu ihr.
„Alles.“


Aber schenkt er ihr ein Lächeln,
wenn sie einen Marienkäfer findet?
Aber würde er mit ihr Salat vom Markt holen?
Aber würde er sich mit ihr über die Blau's am Himmel streiten?
Aber würde er sie von seinem Eis probieren lassen?
Aber würde er sie hoch heben, wenn sie in der falschen Reihe stünde?
Aber würde er ihr Briefchen schreiben?
Aber würde er sich in ihrer Sonnenbrille spiegeln?
Aber würde er ihr Butterkuchen backen?
Aber würde er sie küssen?
Aber würde er barfuss mit ihr durch die Wiese rennen?
Aber würde er ihr die Bilder in die Wände dübeln?
Aber würde er ihr von fernen Reisen erzählen?
Und sie mitnehmen, überallhin?
Aber würde er ihr sagen, dass sie schön ist?
Aber würde er sein Lieblingslied summen?
Aber würde er ein schönes Wort wissen, von a bis z?
Aber würde er Fehler machen, genau wie sie?
Aber würde er beim grinsen, hellrote Backen kriegen?
Aber würde er ihr die Hand im Kino halten?
Aber würde er ihr eine Sonnenblume mitbringen?
Aber würde er ihr...


„Alles.“ sagen sie Menschen.
„Das nicht.“ sagt sie.

4. MOSE, 32,11
Er ging mit ihnen um, wie ein Adler der seinen Jungen das Fliegen lehrt.
Er wirft sie aus dem Nest, begleitet ihren Flug, und wenn sie fallen, ist er da,
er breitet seine Schwingen unter ihnen aus und fängt sie auf.
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Wir müssen aus unserem Nest heraus.
denn Erfahrungen und Herausforderungen des Lebens entgegen.
Uns dem Leben in die Arme werfen.
Das Leben leben.
So wie er sich das für uns dachte.
Und manchmal schubst er uns hinaus, aus dem Nest.
Wenn wir zulange auf einer Stelle verweilen,
uns zurück lehnen und nicht weitergehen,
in der Gewohnheit stehen bleiben,
nicht weiterwachsen.
Er schubst und lässt uns fallen.
Es kann es sein dass wir hart landen,
Bruchlanden,
Sturzflüge hinlegen und uns verletzen,
den Lebensweg für Zeiten verlassen,
ja sogar unser Leben lassen.

Aber er begleitet stets unseren Flug.
Er mutet uns das zu, was wir imstande sind auszuhalten.
Wir entscheiden nicht über die Definition, welcher Flug zu hart war,
welcher Sturz er hätte nicht zulassen dürfen.

Auch wenn wir uns verlassen fühlen
wir sind es nicht.
Auch wenn wir warten.
Auch wenn wir seine schützenden Schwingen nicht spüren.
Auch wenn wir aufgeben.

Wir alle fallen.
Und doch ist er da.
Er ist da und hält dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen.

Samstag, 10. Oktober 2009



was heißt leben
jeden tag ein neuer tag
aufstehn
wach sein
frei sein
des lebens frei
des lebens willen
himmelswillen
des lebens mächtig
tage immer neu beginnen
wirklich neu
gestern gestern sein lassen
und mich dem leben in die arme werfen
manche tage nur besuchen
oder überspringen
manche tage zweimal genießen
oder länger länger werden lassen
von allem kosten
kostenlos
im wachsen stehen
mit flügeln
losfliegen
trudeln
trödeln
schmöckern
schmollen
dann wann mir danach beliebt
himbeeren pflücken
und juli riechen
ununterbrochen leben
leben leben
so wie ichs vermag
so wies mir bekommt
jeden tag losgehn angehn
wiedersehn

schön wars heut

bis morgen

Sonntag, 30. August 2009


Die Liebe ist von Gott geschaffen!
Ignoriere sie, und du wirst unvorstellbar leiden.


(aus Tristan & Isolde)

Dienstag, 25. August 2009

deswegen
darin verbirgt sich die antwort
weswegen geht das leben auf diesen wegen
des weges wegen
des hin-und herpendelns wegen
des hin-und herpendelns zwischen ordnung und unordnung
weil die welt sonst erstarren würde
immer hell oder immer dunkel wäre
und stehen bleiben würde
.
.
.
deswegen gibt es immer verwerfungen zwischen sich liebenden menschen
deswegen verschlafen wir wichtige tage
deswegen bekommen manche alpträume
deswegen heiraten wir unsere 1.große liebe nicht
deswegen erfüllen sich nicht all unsere wünsche
deswegen verlieren wir unwichtige regenschirme
oder verunstalten schätze, die wir eigentlich lieben.
.
.
wegen des gleichgewichts
wegen der unaufhörlichen drehung der welt
deswegen

Samstag, 8. August 2009

Aprikosenduft

Ihr buch liegt aufgeschlagen auf ihren knien
aber sie liest nicht
was sie liest das liest sie nicht
ihre augen huschen über worte zeilen
lesen sie doch ihre gedanken
sind verloren in anderen geschichten
ihr buch liegt aufgeschlagen auf ihren Knien
aber sie liest nicht
sie blickt aus dem fenster
gedanken verloren
alles rast an ihr vorüber
ihre augen folgen allem
zack zack zack sekunden
schnell
auf dem platz gegenüber fragt sich ein junger mann
warum sie aus dem fenster sieht
ihr buch liegt aufgeschlagen auf ihren Knien
aber sie liest nicht
was liest sie da draussen
sekunden ziehen an ihr vorbei
und sie wünscht sich ihre gedanken zu verlieren
nächste sekunde, gefühlt geplatzt
alles steht still nichts rast
atem steht
sie dreht die musik laut in ihren ohren
so dass sie es beinahe nicht auszuhalten vermag
so laut dass es schmerzt
so laut dass sie den atem wieder findet
sie hält den kopf hoch erhoben
das buch auf ihren knien ist aufgeschlagen
bebt droht zu rutschen
sie liest nicht
fäuste geballt sie löst die füße aus den schuhen
verliert den boden unter den füßen
und ihre fassung
alles in derselben sekunde
sie sieht sich an im innern
ruft sich zu über die betörend laute musik hinweg
sie dich an
sie senkt den blick
fängt die worte der aufgeschlagenen seite
des buches auf ihren knien
liest
„..dachte an die schwammige Theorie, derzufolge man nichts unternehmen sollte, solange man im Sinken begriffen war, sondern warten, bis man den grund berührte, von dem man sich abstoßen konnte, um wieder an die oberfläche zu gelangen...“
blickt auf
und in diesem moment dachte sie an den geruch einer zartrosagelben aprikose und hielt sie gefühlt vor ihre nase.
Nächste sekunde
sie klappt das buch zu
lässt es ruhig auf ihren knien liegen
und lächelt dem jungen mann zu der sich nun frägt
warum er die Julisonne in ihrem gesicht spürt

Freitag, 20. März 2009

Es ist Frühling.
Das Licht erweckt das Sein.
Alles. Was war. Was ist. Was kommen wird.
Wird wach.














Leise flutend strömen Strahlen.
Tausende in unsre Sicht.
Welke Lieder und Gemüter beleben sich in Wärme.





Und Frühling für Frühling.
Millionen Blütenknopsen strecken schüchtern ihre Köpfe,
der Erde empor.
Vom Licht gezogen.

Um uns, zu reifer Zeit,
durch Blumenpracht und Leuchten,
mit einem Lächeln zu beschenken.

Alles färbt sich.
Das Licht bewegt das Sein.
Es ist Frühling.

Samstag, 7. Februar 2009

Une histoire d'amour à Paris,

... sich einen Engelskuss wünschen



.. sich wünschen auf der Welt ganz klein zu sein






... sich wünschen den Himmel zu berühren






.... sich wünschen auf der Welt ganz groß zu sein



"Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur der Dumme den Finger an."




... ein altes Karusell, dass sich schneller dreht als alles


... sich einen Kaffee wünschen, im Cafè des deux Moulins avec Amelie Poulin







Le Procope, fonde en 1686 .... et une crème brûlèe


.. sich Badewannenmelodien wünschen, auf Pariser Asphalt



Napoleon besuchen..


... sich einen Blick über die ganzen Welt wünschen



... und Hotelzimmerwind vom Place de Clichy


... und sich ein bisschen wünschen auf parisianer Art aus-
einparken zu können, ohne Handbremsen... =)

Sonntag, 25. Januar 2009

Dein Lebenspuzzle











Menschen die dich umgeben.

Sie teilen ihr Leben mit dir.

Und du deins mit ihnen.

Du bist wichtig für sie.

Und findest Zuflucht bei ihnen.

Sie lassen dich wie du bist.


Menschen, dass sind Familie.

Sie sind bei dir. Für dich.

Und fordern dich als Teil ihrer Welt.


Menschen das sind Freunde. Die dich sehen.

Sie beschenken dich immer wieder aufs Neue.

Geheimnisse, Träume, Geschichten.

Sorgen und Tränen.


Menschen, die du siehst.

Menschen die dich umgeben

Sie genießen das Leben mit dir

Jeder für sich. Stets veränderbar



Dein eigenes, das dich umgibt.

Das was du mit den Jahren gesammelt hast.

Fügt sich zusammen, verbindet sich. Teile werden zu Ganzem.

Du stellst die Verbindungen her, entscheidest dafür oder dagegen.

Die Zeit, gefüllt von dir. Von deinen Gedanken und Sehnsüchten.

Von deinem Tun. Du. Voller Sinne Gefühle und Ideen.


Dein eigenes was dich umgibt.

Ein Leben deiner Vorstellung. Stets veränderbar.


Gott der dich umgibt.

Dich sieht in deinem Leben, mit dem du zu ihm kommst.

Dir Hoffnung gibt und dich mit deinen Tränen nicht alleine lässt.

Gott, in den Wundern dieser Erde.

In der Wärme der Sonne. In der Unendlichkeit des Meeres.


In der Leichtigkeit des Windes, den du in deinen Haaren spürst.

Ein Schneckenhaus im Gras, das deine Geheimnisse für sich behält.

In den Klängen der Musik, die dich von innen strahlen und tanzen lässt.

In der Stärke der Bäume, die dich tragen und halten.

Gottes Schönheit, die du in deinem Herzen trägst.


Wie sich Gott dir zeigt, wie du glaubst.

Worin du Gott siehst. Das sagt deine Seele.

Gott der dich umgibt. Dich begleitet, wo immer du auch hingehst

Seine Liebe bleibt. Beständig.


Dein Lebenspuzzle, dass du denkst und sprichst.

Mit Teilen die dich tragen und dir Rückhalt geben.

Mit Teilen die sich verändern, größer oder kleiner werden



Die Ganz verschwinden und neuen Platz machen.

Mit Teilen die du liebst und achtest. Im Puzzle fest verankert. Und doch veränderbar.

Geheimnisvolle Teile, hinter die du zu kommen strebst.

Mit Vertrauten Teilen, die wir kennen und immer wieder finden, auch wenn sie für Zeiten verloren scheinen.

Teile am Rand, die ausbrechen können, Lücken hinterlassen, aber doch im Ganzen für Sicherheit sorgen.

Lose Teile, am seidenen Faden- sie finden ihren Platz- oder werden aufgegeben.

Ob schön oder bitter, ob kurzweilig oder Zeitlos.

Ob veränderbar oder beständig.

Jedes Teil als Einzigartigkeit deines Lebens.



Samstag, 27. Dezember 2008

Weihnachten

Es ist als ob ich plötzlich Platz habe. Um mich.

Vielleicht ruft auch die Sehnsucht nach Platzhaben.

Ein Platz im Licht zu sitzen.

Mich beleuchten lassen.

An diesen wilden Tagen.

Von Kerzenflut ganz hingerissen.

Ein Platz der erinnert, wem sich die Zeit bekennt.

Diese Zeit, die aufhört Zeit zu sein.

Beginnt gefühlt in leisem Rhythmus zu verfliegen.

Wird stille Zeit. Als neige sie sich irgendeinem Ende zu.

Oder einem Anfang doch?

Wer bringt es mir an meinen Platz?

Wer bringt es dir - das Licht?

Wer bracht es euch, vor längst vergessnen Zeiten?

Euch, die ihr auf euren Füßen saßet.

Schweigend die Augen geschlossen haltend.

Weil ihr wusstet, wie es um euch dunkel wart.

Was durchbrach euer Wachen in dieser Nacht?

Wer vermochte euer Innehalten,

euer Erinnern zu Durchbrechen?

Ein Engel war’s.

Einer kam, um große Freudenbotschaft zu verkünden.

„Habt keine Angst!“ So sprach er.

„Euch ist ein Retter geboren,

er bringt das Licht zu allen Menschen.“

Groß vernahm der Engel die Furcht in euren Blicken.

„Habt keine Angst!“ So sprach er.

Eure Augen blieben nicht verschlossen.

Ihr saßt auf euren Füßen, auf lichtem Platz.

Das Licht für euch.


Das Licht für dich.

Das Licht für mich. Hab keine Angst!



Sonntag, 7. Dezember 2008


ein baum
ohne worte auf ihn zu
meine blicke
meine füße
mein atem
auf ihn zu
heute bringt er das licht zum leuchten







direkt da
meine blicke
meine füße
mein atem
direkt da
berührendnah
heute bringt er die luft zum lächeln







stehenbleiben
meine blicke
meine füße
mein atem
durchatmen
wir kennen uns
heute bringt er die winde zum träumen
ein baum




.

Gedanken Gedanken Gedanken Gedanken.. Weihnachten sagen wir. An was erinnern wir uns? In dieser Nacht. Einer geweihten. Ist weihen feiern? Mit Kerzen und einer Playstation3? Was hat Jesus damit zu tun? Sie sagte, eigentlich sei es die Wintersonnenwende, ja die.. Das Licht wendet sich wieder der Erde zu. Im Moment regnet es eher. Weihnachten sagen wir. Einige sind allein. Letztes Jahr war ihr die Gans im Ofen verbrannt und sie hatte dicke Tränen geweint, gleich neben dem festlichen Baum. Nein das würde nicht wieder passieren. Er meinte, er schenke niemanden etwas. Vielleicht brauche ich heute keinen Parkschein, es ist ja Heiliger Abend, lächelt sie und steigt aus dem Wagen. Sie geht Geschenke kaufen, die letzten, keine Zeit gehabt, nein nein. Vor Weihnachten ist es am schlimmsten. Der Stress. Und der Chef. Und die Sabine die ihr immer von ihrem Mann erzählt, wie toll er doch ist. Nein Nein. Vor Weihnachten hat sie keine Zeit. Die Politesse schreibt einen Strafzettel. Und siebenhundert Kilometer weiter östlich legt sich ein Hund vor den warmen Kamin. Die Oma strickt. So wie sie es jeden Abend tut. Und erzählt dem Hund Geschichten. So wie sie es jeden Abend tut. Es könnte auch der vierzehnte August sein. Es wäre genau ein Abend wie jeder andere. Mit Geschichten und Stricknadeln und so. Weihnachten sagen wir. Das Fernsehen berichtet von äthiopischen Migranten in Italien. Die Mafia jagt sie und sie finden keine Arbeit. Die Frauen sind Prostituierte. Es gibt keine andere Möglichkeit an Geld zu kommen, sagt sie. Die im Fernsehen. Sie hat Hunger an diesem Tag. Es ist Ende Monat, kein Geld mehr da. Er hat den Hörer aufgelegt, die Freude kommen eine halbe Stunde später, Emmas Absatz der neuen Schuhe ist abgebrochen. Sie in Tränen ausgebrochen. Eine halbe Stunde später zum Essen. Ja, sagt sie, das macht nichts. Die Weihnachtsgans ist sowieso noch nicht ganz durch. Ist der Tisch gedeckt Achim? Zündest du jetzt den Baum mal an Achim? Wieso hast du nicht die beigefarbene Tischdecke mit dem Perlenmuster genommen? Die von Sofia. Du weißt doch das Sofia kommt. Sie würde sich freuen Achim. Achim denkst du an die Geschenke für die Kinder? Achim das Bier steht noch im Keller. Ich will ja keins, aber ich sag’s bevor du es wieder vergisst. Achim, ach ich freu mich so das Weihnachten ist. Er hat rote Backen. Er spürt es und weiß aber nicht, ob es ihn auch so freut. Anstrengende rote Backen. Und er wünscht sich woanders hin. Ich bekomme kein Weihnachtsgeld. Ich den Dreizehnten. Hast du schon alle Geschenke? Ja und du. Nein. Ich weiß einfach nicht was ich verschenken soll. Jahrein Jahraus dasselbe. Weihrauch und Mürre. Bücher bei Amazon und einen neuen CD-Player bei Ebay. Sie hat sich den Ring gewünscht. Wie so grade der? Der ist teuer. Hat sie das nicht gesehn? Was sagt sie wohl wenn ich den anderen nehme. Nein ich sehe jetzt schon ihr Gesicht. Die Mädchen und Jungen werden an diesem Tag genauso in den Müllbergen wühlen und nach Essbaren und noch zu gebrauchenden Dingen suchen, wie sie es gestern getan und morgen wieder tun werden. Die Mädchen und Jungen auf den Phillipinen. Ja ich geh mit in den Gottesdienst. Ja Mama. Nein ich komme noch nicht so früh. Ja ich werde da sein. Ja versprochen. Mama.. ja sie kommt mit. Nein an Gott glaubt sie nicht. Nein Mama. Nein ich auch nicht. Aber das weißt du doch. Ja Mama bis später. Sie hat an das Christkind geschrieben. Im Kindergarten. Ja ihre Fantasie, die hat sie. Ihren Wunschzettel hat sie geschrieben, der war vielleicht lang. Ich weiß nicht. Ihre Wünsche werden von Jahr zu Jahr größer. Mehr. Ich kann ihr doch kein Handy kaufen. Von was den. Sie hätte lieber mal schreiben sollen, dass sie sich für ihren Vater eine Arbeit wünscht. Wir leben von Hartz4. Und sie wünscht sich ein Handy. Mit 5. Weihnachten sagen wir. Im H&M ist die neue Kollektion eingetroffen. Made In China. Arbeitshalle auf tausend Quadratmeter. Für weißichnichtwieviele Mitarbeiterinnen. 3 mal fünf-Minuten Klopause. Einmal etwas mehr. Mit Essen und Zimmer. Keine Familie. Auch nicht heute. Heute ist alles wie sonst. Schläge. Falsche Naht. Schlechte Luft. Die Finger bluten. Nein heute ist alles wie sonst. Wie jeden Tag. Made in China. Die neue Kollektion ist eingetroffen. H&M. Ohne Blut versteht sich. Was hat Jesus damit zu tun? Weihnachten sagen wir. Dieses bekackte Familiengedönse. Sie hört nicht zu wenn er so redet. Sie liebt diese Tage. Die Stille, den Bienenwachsduft. Auch wenn es nicht schneit. Das Geschenke auspacken. Oh wie sie es liebt dass alle zusammen sind. Ihr Bruder aus Berlin. Einmal im Jahr. Den Braten und den Nachtisch ihrer Mutter. Plätzchen hat sie gebacken. Schon Mitte November. Wer soll die bloß alle essen? Er hat gerne Nachtdienst. Ist ihm egal. Was soll er denn sonst machen. Hier ist er wenigsten nicht alleine. Das alleine sein ist heut nämlich anders wie sonst. An Weihnachten ist es anders. Und hier sind auch alle alleine. Manche wurden heimgeholt. Sind bei der Familie. Aber viele liegen in den Betten, immer zu zweit. Trotzdem alleine. Gefühlt. Da ist er doch lieber hier. Die Alten haben ja sonst niemanden. Und er auch nicht. Ja da ist er lieber hier. Weihnachten im Schuhkarton. Tausende Laster mit Abertausenden Päckchen. Überall ist Weihnachten drin. Weihnachten für Aberabertausende Kinder. Kinder in dritte-Welt-Ländern. Und hier? In dieser Stadt wird ein Kind in der Mülltonne gefunden. Und hier in diesem Land? Hungernde Kinder, haben keine Winterjacke. Die Mutter ist auf einem Trip. Sie hat vergessen was heute für ein Tag ist. Und wie ihr Kind heißt auch. Und hier in diesem Land? Weihnachten sagen wir. Was ist mit den Menschen die jahrelang zu Gott beten? Nach Zwangsheirat mit achtzehn folgen viele Schreckensjahre. Mit Vergewaltigung und Schlägen. Ein Kind nach dem anderen. Die Frau bleibt zuhause. Mit denen die jahrelang keine Erhörung erfahren? Keine Gnade? Der Krebs hat ihn kaputt gemacht. Sein Leiden war so lang. Jetzt ist er gestorben. Weihnachten sagen wir. Der Weihnachtsmarkt war sehr erfolgreich dieses Jahre gewesen. Viele Hüte und Sachen hatte sie verkauft. Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an Malaria. Somalias Regierungschef macht ein Nickerchen. Es gibt hunderte zeitliche Hochrechungen von Todeszahlen für verschiedenste Krankheiten. Statistiken wann was wie oft und wem passiert. An was erinnern wir uns? In Indien suchen Frauen auf europäischem Elektroschrott Gold und Silberfragmente heraus. Schrott aus Europa. Zu Hohe Müllentsorgungskosten. An Indiens Küsten ist Platz. Das Gold und Silber wird verkauft, nach Europa. Kaufhäuser heizen. Die Kunden sollen ja nicht frieren. Und überall in den beheizten warmen Kaufhäusern, stehen die Türen offen. Damit jeder rein kann. Im Internet werden Sie gefragt wie alt sie sind. Achtzehn? Ja. Herzlich willkommen auf Youporn. Portal für jeden. Porno für jeden. Das Alter ist Kopfsache. An was erinnern wir uns? Die Erde ist die Erde. Von Gott geschaffen. Die Welt ist die Welt. Von Menschen geschaffen. Menschen mit einem freien Willen. Zu frei? An was erinnern wir uns? Was hat die Nacht mit Leben zu tun? Mit Jesus? Mit Gott? Mit Licht? Mit Liebe? Weihnachten sagen wir. Und Gedanken Gedanken Gedanken Gedanken Gedanken..



erinnerung
kurz prägnant
ein abend
der boden bebt und klebt
trotzdem
alle tanzen weiter
der rhythmus singt
steigt die zehen
füße hinauf
vor zeiten standen wir nebeneinander
tanzend
die luft am träumen
ein bier?
es läuft marley bob
in die knie
wir
ans glücklichsein erinnert





Sie sind da.

Um dich. Und überall.

Und überhaupt immer da.

Du siehst sie nicht.

Aber kannst sie spüren.

Wie sie dich führen. Durch Neues und Fremdes.

Wie sie mit dir Türen öffnen. Türen, wo du keine erwartest.

- und wo für niemand anderen Türen sind.

Wie sie dir Mut geben.

Dich mutig sein lassen auf den Wegen deiner Träume.

Dir die Richtung weisen. Spürst du dieses leise wehen?

Du siehst sie nicht.

Aber du kannst ihnen vertrauen.

Sie teilen ihre Flügel mit dir, damit du sie zum Fliegen nutzt.

Sie lassen dich schweben, aber nie den Boden unter den Füßen verlieren.

Sie sind wachsam und halten ihre schützenden Hände über dich.

Sie werden dir immer zur Stelle sein.

Auch wenn sie so hoch fliegen, dass du sie nicht zu sehen scheinst,

verlieren sie dich doch nie aus den Augen.

Du siehst sie nicht.

Aber sie lassen dich verstehen.

Verbunden zum Himmel. Geschickt von Gott.

Unerwartet und Unverdient.

Sie haben die Schlüssel zu deinem Herzen.

Du siehst sie nicht.

Aber du kannst sie hören. Sie sprechen Worte, die dir unvergesslich bleiben.

Worte die Ermutigung im Zweifel geben. Worte einer helfenden Hand.

Worte durch eine sanfte Berührung. Tröstende Worte.

Worte die du nur mit dem Herzen verstehst.

Ein Lufthauch um dich.

Sie sind da.

Sie sind da, wo du bist.