Donnerstag, 29. Mai 2014



Ohne Titel

Nach modernem Verständnis sind Dramen dafür geschrieben,
durch Schauspieler im Theater aufgeführt zu werden.

Sind wir die Schauspieler unseres Lebens?
Im Theater des Seins?
Geht es vielleicht immer darum die Füße vor Stillstand zu bewahren?
Im Drama des Alltags, der Liebe, des Willens..
Immer etwas davon mitzunehmen
vom Leben, und vom Leben der anderen
Während des Spiels wilde Gedanken zu haben
innere Schreie zuzulassen
Im Schreien, wenn man mit etwas nicht zufrieden ist
scheint etwas über die Maßen phänomenales
auch banal und einfaches möglich zu sein:
Jede Faser des eigenen Ausmaßes ist spürbar
Jeder Tropfen Blut in seiner Bewegung
Das Gefühl ist 100%

Freilich nicht jeder Tag ist ein Tag vielsagender Momente
die meisten sind eher nicht von Bedeutung
für das volle Leben
sie beginnen und enden
ohne weitere Wirkung
Nicht jeder Tag ist Purpur
Nicht jeder Tag ist Drama
Es gibt auch Tage stumpfer Arroganz
Ungereimter gar widersinniger Worte
Hohler Phrasen und einfachen Daseins.

Die Handlung eines Dramas ist häufig in Akte und diese wiederum
sind in Szenen oder Auftritte gegliedert.
Eine Szene?
Kurz präzise straff- ohne Zukunft
Das Leben eine Szene..?
Doch ohne Unterbrechung, ohne schließenden Vorhang
Ohne tosenden Beifall und grellem Licht beim Verlassen des Sitzplatzes
Es gibt keinen Kartenverkäufer am Eingang
Keinen Sekt zwischendurch
Oder einen entscheidenden zweiten Akt
Es gibt diesen einen Pulsschlag, diesen einen Atem
Es gibt diesen einen Eifer, und wenn man so will
Auch nur dieses eine Drama.
Doch will ich Schauspieler meines Lebens sein?
Mich in Szenen und Akten verweilen
Von Bühne zu Bühne
Will ich Drama?
Und wer schreibt es mir?

Ich will meine eigenen Gedanken haben!
Ich will leben uns das alles an einem Tag!
Ich will nicht sagen, es gibt’s nichts mehr
auch wenn ich zu jung bin
alles zu verlieren
oder ohne Wunsch zu sein.
Ich will keine Schrift die Stille schafft
Keine taumelnde Feder sein die sich sehnt
und sehnt und sehnt ohne
daran zu glauben dass Märchen wahr werden
Ich will keinem Mann ohne Schiff meine Hand reichen
Jeder Mann braucht in Schiff
Fürs Meer und das ganze drum herum
Ein Schiff das von Musik erzählt
Von Abenteuern und so weiter
Ich will ankommen
bei mir und mich ins Gras schmeißen
Ich will keine andere sein
Ich will ohne maskierte Blicke sehen
und entscheiden wegzusehen wann immer mir beliebt.

Ich werde die Welt auch ohne Lexikon verstehen
und ohne  Sonne Sonnenbrillen tragen
In Büchern lesen und auch mal nur so tun
Ich werde Ausdrucksstark nicht auf morgen verschieben
Ich werde hinter keinem Vorhang spielen der sich schließt ohne zu wissen
wann er sich wieder öffnen wird
Ich werde auch den Tagen ohne wilden Wind und Purpur
etwas Kleines wenn auch unbedeutendes entlocken
Das einfache Dasein hat seinen Sinn und
ich werde keine Schauspielerin des Dramas sein.
Keinem eigen oder fremd Geschriebenen.

Samstag, 3. Mai 2014



Das größte Geheimnis Gottes

Es scheint wie eine Bewegung
die nie zum Ende führt.
Es mag sein, dass Zeit sich dehnen kann
die Träume darin Spielraum finden,
doch kämpfen müssen wir um alles
was bedeutsam uns erweist.
Ein Versuch diese Größe zu verstehen..
Das Geheimnis des höchsten Gedanken Gottes.
Sanftmut allein und stilles Schweigen
lüften es nicht..
Nein- wohl ein eiser‘n Herz.

Mit Schwüngen und lautem Lachen,
ein Leben voller Füllung, wie Sahnekaramel..
Leben mit allem 
bevor es welk
darnieder fällt.
Es gilt nicht erschüttert
voll Ohnmacht den Hut vor Ihr zu ziehen,
nicht des Lebens müde
zu ermatten,
sondern muthaft vor Sie hin zu stehen
erhobenen Seins,
auf Ihren Bestand und Ihr Wirken zu vertrauen.
Und auch im tiefen Fallen wird
das Geheimnis des größten Gedanken Gottes
jedem auf seine Art zu teil werden.

Donnerstag, 1. Mai 2014



eine andere zu sein 

Wie es wäre?
Eine andere zu sein
Mit anderen Blicken
Anderen Kleidern
Einem anderen Geschmack in der Luft
Ein anderes Purpur
Wie es wäre?
Stetig zu tanzen
Mit einem anderen Schwung in den Füßen
Wilden unbändigen haaren
Und einem sog
Dem niemand entweichen kann
Wie es wäre?
Andere Lieder zu singen
neue Worte zu sprechen
mit einem wohlbedachten klang
und bei den Menschen
mit klaren Begegnungen
diese andere zu sein
ohne Ohnmacht
wie es wäre
stillere Küsse zu küssen
neue haut zu erkennen
eine andere zu sein..