Ohne Titel
Nach modernem Verständnis sind Dramen dafür geschrieben,
durch Schauspieler im Theater
aufgeführt zu werden.
Sind wir die Schauspieler unseres Lebens?
Im Theater des Seins?
Geht es vielleicht immer darum die Füße vor Stillstand zu
bewahren?
Im Drama des Alltags, der Liebe, des Willens..
Immer etwas davon mitzunehmen
vom Leben, und vom Leben der anderen
Während des Spiels wilde Gedanken zu haben
innere Schreie zuzulassen
Im Schreien, wenn man mit etwas nicht zufrieden ist
scheint etwas über die Maßen phänomenales
auch banal und einfaches möglich zu sein:
Jede Faser des eigenen Ausmaßes ist spürbar
Jeder Tropfen Blut in seiner Bewegung
Das Gefühl ist 100%
Freilich nicht jeder Tag ist ein Tag vielsagender Momente
die meisten sind eher nicht von Bedeutung
für das volle Leben
sie beginnen und enden
ohne weitere Wirkung
Nicht jeder Tag ist Purpur
Nicht jeder Tag ist Drama
Es gibt auch Tage stumpfer Arroganz
Ungereimter gar widersinniger Worte
Hohler Phrasen und einfachen Daseins.
Die Handlung eines Dramas ist häufig in Akte
und diese wiederum
sind in Szenen
oder Auftritte gegliedert.
Eine Szene?
Kurz präzise straff- ohne Zukunft
Das Leben eine Szene..?
Doch ohne Unterbrechung, ohne schließenden Vorhang
Ohne tosenden Beifall und grellem Licht beim Verlassen
des Sitzplatzes
Es gibt keinen Kartenverkäufer am Eingang
Keinen Sekt zwischendurch
Oder einen entscheidenden zweiten Akt
Es gibt diesen einen Pulsschlag, diesen einen Atem
Es gibt diesen einen Eifer, und wenn man so will
Auch nur dieses eine Drama.
Doch will ich Schauspieler meines Lebens sein?
Mich in Szenen und Akten verweilen
Von Bühne zu Bühne
Will ich Drama?
Und wer schreibt es mir?
Ich will meine eigenen Gedanken haben!
Ich will leben uns das alles an einem Tag!
Ich will nicht sagen, es gibt’s nichts mehr
auch wenn ich zu jung bin
alles zu verlieren
oder ohne Wunsch zu sein.
Ich will keine Schrift die Stille schafft
Keine taumelnde Feder sein die sich sehnt
und sehnt und sehnt ohne
daran zu glauben dass Märchen wahr werden
Ich will keinem Mann ohne Schiff meine Hand reichen
Jeder Mann braucht in Schiff
Fürs Meer und das ganze drum herum
Ein Schiff das von Musik erzählt
Von Abenteuern und so weiter
Ich will ankommen
bei mir und mich ins Gras schmeißen
Ich will keine andere sein
Ich will ohne maskierte Blicke sehen
und entscheiden wegzusehen wann immer mir beliebt.
Ich werde die Welt auch ohne Lexikon verstehen
und ohne Sonne
Sonnenbrillen tragen
In Büchern lesen und auch mal nur so tun
Ich werde Ausdrucksstark nicht auf morgen verschieben
Ich werde hinter keinem Vorhang spielen der sich schließt
ohne zu wissen
wann er sich wieder öffnen wird
Ich werde auch den Tagen ohne wilden Wind und Purpur
etwas Kleines wenn auch unbedeutendes entlocken
Das einfache Dasein hat seinen Sinn und
ich werde keine Schauspielerin des Dramas sein.
Keinem eigen oder fremd Geschriebenen.