Samstag, 29. Januar 2011

Bald..bald wirst du wieder auf einer Brücke steh‘n und in den Wind lächeln

Du erwachst

Alles ist so wie gestern

Und der Tag davor

Die Lichter sind zu hell

Du gehst dem Tag entgegen

Sowie dem gestern

Und dem davor

Wäscht dein Gesicht

Kaltes klares Wasser auf Tränenhaut

Du musst raus hier

Alles schreit

Draussen wirkt es leiser

Die Stimmen verfliegen im Wind

Hochgezogene Schultern laufen durch

windbewegte Sonnenstrahlen

Kurz zwingst du dich sie zu genießen

Es gelingt

Kurz

Schmerzvolle blicke

Die Lippen zittern

Du schaffst es gerade noch zurück in deine Wohnung

Bevor du brichst

Wie gestern

Und am Tag davor

Du brichst beim Blick in den Spiegel

Tränenhaut schimmert dir entgegen

Zitternde Lippen

Du brichst

In die Knie

Deine Finger krallen sich in den Boden

Du schreist

Wie gestern und

Am Tag davor

Kopf, Knie, Hände, alles zu Boden

Zeit, Licht, Bewegung, alles fällt

Doch morgen

Und am Tag danach

Gehst du wieder hinaus

Mit hochgezogenen Schultern

Zitternden Lippen

Schreienden Herzens

Und rennst durch den Wind

Du wirst schneller

Morgen wie heute

Und am Tag danach

Schneller

und bald..

bald stehst du auf einer Brücke und lächelst in den Wind.

Freitag, 7. Januar 2011


Kinosicht

Leinwände mit laufenden Bildern

Bilder die aussprechen

wonach die Sehnsucht am lautesten schreit

Bilder die Träume erzählen

unter die Haut fahren

ein Ticket in Fernen

Ein Sitz für alles

den Blick nach vorne gerichtet

im Jetztsein verloren

das Auge sieht

was es will

die Seele sieht

was sie fühlt.

das Herz sieht

was berührt.

die Tränen

sprechen alles aus

Fäuste geballt und

unter die Beine geschoben

Spannung durchzieht alles

von Kopf

bis Fuß

die Schuhe fliegen davon

zurück bleibt das

was bleibt

die Realität ist weg

weit weg

hat beim Eintreten

Platz gemacht

Platz für Leben

versunken im Sitz

wenn er Einlass bieten würde

wären die Füße längst verschwunden

auf dem Weg

dem entgegen

was sieht

und fühlt

und will

den Träumen zu nah

Kinosicht