Samstag, 27. Dezember 2008

Weihnachten

Es ist als ob ich plötzlich Platz habe. Um mich.

Vielleicht ruft auch die Sehnsucht nach Platzhaben.

Ein Platz im Licht zu sitzen.

Mich beleuchten lassen.

An diesen wilden Tagen.

Von Kerzenflut ganz hingerissen.

Ein Platz der erinnert, wem sich die Zeit bekennt.

Diese Zeit, die aufhört Zeit zu sein.

Beginnt gefühlt in leisem Rhythmus zu verfliegen.

Wird stille Zeit. Als neige sie sich irgendeinem Ende zu.

Oder einem Anfang doch?

Wer bringt es mir an meinen Platz?

Wer bringt es dir - das Licht?

Wer bracht es euch, vor längst vergessnen Zeiten?

Euch, die ihr auf euren Füßen saßet.

Schweigend die Augen geschlossen haltend.

Weil ihr wusstet, wie es um euch dunkel wart.

Was durchbrach euer Wachen in dieser Nacht?

Wer vermochte euer Innehalten,

euer Erinnern zu Durchbrechen?

Ein Engel war’s.

Einer kam, um große Freudenbotschaft zu verkünden.

„Habt keine Angst!“ So sprach er.

„Euch ist ein Retter geboren,

er bringt das Licht zu allen Menschen.“

Groß vernahm der Engel die Furcht in euren Blicken.

„Habt keine Angst!“ So sprach er.

Eure Augen blieben nicht verschlossen.

Ihr saßt auf euren Füßen, auf lichtem Platz.

Das Licht für euch.


Das Licht für dich.

Das Licht für mich. Hab keine Angst!



Sonntag, 7. Dezember 2008


ein baum
ohne worte auf ihn zu
meine blicke
meine füße
mein atem
auf ihn zu
heute bringt er das licht zum leuchten







direkt da
meine blicke
meine füße
mein atem
direkt da
berührendnah
heute bringt er die luft zum lächeln







stehenbleiben
meine blicke
meine füße
mein atem
durchatmen
wir kennen uns
heute bringt er die winde zum träumen
ein baum




.

Gedanken Gedanken Gedanken Gedanken.. Weihnachten sagen wir. An was erinnern wir uns? In dieser Nacht. Einer geweihten. Ist weihen feiern? Mit Kerzen und einer Playstation3? Was hat Jesus damit zu tun? Sie sagte, eigentlich sei es die Wintersonnenwende, ja die.. Das Licht wendet sich wieder der Erde zu. Im Moment regnet es eher. Weihnachten sagen wir. Einige sind allein. Letztes Jahr war ihr die Gans im Ofen verbrannt und sie hatte dicke Tränen geweint, gleich neben dem festlichen Baum. Nein das würde nicht wieder passieren. Er meinte, er schenke niemanden etwas. Vielleicht brauche ich heute keinen Parkschein, es ist ja Heiliger Abend, lächelt sie und steigt aus dem Wagen. Sie geht Geschenke kaufen, die letzten, keine Zeit gehabt, nein nein. Vor Weihnachten ist es am schlimmsten. Der Stress. Und der Chef. Und die Sabine die ihr immer von ihrem Mann erzählt, wie toll er doch ist. Nein Nein. Vor Weihnachten hat sie keine Zeit. Die Politesse schreibt einen Strafzettel. Und siebenhundert Kilometer weiter östlich legt sich ein Hund vor den warmen Kamin. Die Oma strickt. So wie sie es jeden Abend tut. Und erzählt dem Hund Geschichten. So wie sie es jeden Abend tut. Es könnte auch der vierzehnte August sein. Es wäre genau ein Abend wie jeder andere. Mit Geschichten und Stricknadeln und so. Weihnachten sagen wir. Das Fernsehen berichtet von äthiopischen Migranten in Italien. Die Mafia jagt sie und sie finden keine Arbeit. Die Frauen sind Prostituierte. Es gibt keine andere Möglichkeit an Geld zu kommen, sagt sie. Die im Fernsehen. Sie hat Hunger an diesem Tag. Es ist Ende Monat, kein Geld mehr da. Er hat den Hörer aufgelegt, die Freude kommen eine halbe Stunde später, Emmas Absatz der neuen Schuhe ist abgebrochen. Sie in Tränen ausgebrochen. Eine halbe Stunde später zum Essen. Ja, sagt sie, das macht nichts. Die Weihnachtsgans ist sowieso noch nicht ganz durch. Ist der Tisch gedeckt Achim? Zündest du jetzt den Baum mal an Achim? Wieso hast du nicht die beigefarbene Tischdecke mit dem Perlenmuster genommen? Die von Sofia. Du weißt doch das Sofia kommt. Sie würde sich freuen Achim. Achim denkst du an die Geschenke für die Kinder? Achim das Bier steht noch im Keller. Ich will ja keins, aber ich sag’s bevor du es wieder vergisst. Achim, ach ich freu mich so das Weihnachten ist. Er hat rote Backen. Er spürt es und weiß aber nicht, ob es ihn auch so freut. Anstrengende rote Backen. Und er wünscht sich woanders hin. Ich bekomme kein Weihnachtsgeld. Ich den Dreizehnten. Hast du schon alle Geschenke? Ja und du. Nein. Ich weiß einfach nicht was ich verschenken soll. Jahrein Jahraus dasselbe. Weihrauch und Mürre. Bücher bei Amazon und einen neuen CD-Player bei Ebay. Sie hat sich den Ring gewünscht. Wie so grade der? Der ist teuer. Hat sie das nicht gesehn? Was sagt sie wohl wenn ich den anderen nehme. Nein ich sehe jetzt schon ihr Gesicht. Die Mädchen und Jungen werden an diesem Tag genauso in den Müllbergen wühlen und nach Essbaren und noch zu gebrauchenden Dingen suchen, wie sie es gestern getan und morgen wieder tun werden. Die Mädchen und Jungen auf den Phillipinen. Ja ich geh mit in den Gottesdienst. Ja Mama. Nein ich komme noch nicht so früh. Ja ich werde da sein. Ja versprochen. Mama.. ja sie kommt mit. Nein an Gott glaubt sie nicht. Nein Mama. Nein ich auch nicht. Aber das weißt du doch. Ja Mama bis später. Sie hat an das Christkind geschrieben. Im Kindergarten. Ja ihre Fantasie, die hat sie. Ihren Wunschzettel hat sie geschrieben, der war vielleicht lang. Ich weiß nicht. Ihre Wünsche werden von Jahr zu Jahr größer. Mehr. Ich kann ihr doch kein Handy kaufen. Von was den. Sie hätte lieber mal schreiben sollen, dass sie sich für ihren Vater eine Arbeit wünscht. Wir leben von Hartz4. Und sie wünscht sich ein Handy. Mit 5. Weihnachten sagen wir. Im H&M ist die neue Kollektion eingetroffen. Made In China. Arbeitshalle auf tausend Quadratmeter. Für weißichnichtwieviele Mitarbeiterinnen. 3 mal fünf-Minuten Klopause. Einmal etwas mehr. Mit Essen und Zimmer. Keine Familie. Auch nicht heute. Heute ist alles wie sonst. Schläge. Falsche Naht. Schlechte Luft. Die Finger bluten. Nein heute ist alles wie sonst. Wie jeden Tag. Made in China. Die neue Kollektion ist eingetroffen. H&M. Ohne Blut versteht sich. Was hat Jesus damit zu tun? Weihnachten sagen wir. Dieses bekackte Familiengedönse. Sie hört nicht zu wenn er so redet. Sie liebt diese Tage. Die Stille, den Bienenwachsduft. Auch wenn es nicht schneit. Das Geschenke auspacken. Oh wie sie es liebt dass alle zusammen sind. Ihr Bruder aus Berlin. Einmal im Jahr. Den Braten und den Nachtisch ihrer Mutter. Plätzchen hat sie gebacken. Schon Mitte November. Wer soll die bloß alle essen? Er hat gerne Nachtdienst. Ist ihm egal. Was soll er denn sonst machen. Hier ist er wenigsten nicht alleine. Das alleine sein ist heut nämlich anders wie sonst. An Weihnachten ist es anders. Und hier sind auch alle alleine. Manche wurden heimgeholt. Sind bei der Familie. Aber viele liegen in den Betten, immer zu zweit. Trotzdem alleine. Gefühlt. Da ist er doch lieber hier. Die Alten haben ja sonst niemanden. Und er auch nicht. Ja da ist er lieber hier. Weihnachten im Schuhkarton. Tausende Laster mit Abertausenden Päckchen. Überall ist Weihnachten drin. Weihnachten für Aberabertausende Kinder. Kinder in dritte-Welt-Ländern. Und hier? In dieser Stadt wird ein Kind in der Mülltonne gefunden. Und hier in diesem Land? Hungernde Kinder, haben keine Winterjacke. Die Mutter ist auf einem Trip. Sie hat vergessen was heute für ein Tag ist. Und wie ihr Kind heißt auch. Und hier in diesem Land? Weihnachten sagen wir. Was ist mit den Menschen die jahrelang zu Gott beten? Nach Zwangsheirat mit achtzehn folgen viele Schreckensjahre. Mit Vergewaltigung und Schlägen. Ein Kind nach dem anderen. Die Frau bleibt zuhause. Mit denen die jahrelang keine Erhörung erfahren? Keine Gnade? Der Krebs hat ihn kaputt gemacht. Sein Leiden war so lang. Jetzt ist er gestorben. Weihnachten sagen wir. Der Weihnachtsmarkt war sehr erfolgreich dieses Jahre gewesen. Viele Hüte und Sachen hatte sie verkauft. Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an Malaria. Somalias Regierungschef macht ein Nickerchen. Es gibt hunderte zeitliche Hochrechungen von Todeszahlen für verschiedenste Krankheiten. Statistiken wann was wie oft und wem passiert. An was erinnern wir uns? In Indien suchen Frauen auf europäischem Elektroschrott Gold und Silberfragmente heraus. Schrott aus Europa. Zu Hohe Müllentsorgungskosten. An Indiens Küsten ist Platz. Das Gold und Silber wird verkauft, nach Europa. Kaufhäuser heizen. Die Kunden sollen ja nicht frieren. Und überall in den beheizten warmen Kaufhäusern, stehen die Türen offen. Damit jeder rein kann. Im Internet werden Sie gefragt wie alt sie sind. Achtzehn? Ja. Herzlich willkommen auf Youporn. Portal für jeden. Porno für jeden. Das Alter ist Kopfsache. An was erinnern wir uns? Die Erde ist die Erde. Von Gott geschaffen. Die Welt ist die Welt. Von Menschen geschaffen. Menschen mit einem freien Willen. Zu frei? An was erinnern wir uns? Was hat die Nacht mit Leben zu tun? Mit Jesus? Mit Gott? Mit Licht? Mit Liebe? Weihnachten sagen wir. Und Gedanken Gedanken Gedanken Gedanken Gedanken..



erinnerung
kurz prägnant
ein abend
der boden bebt und klebt
trotzdem
alle tanzen weiter
der rhythmus singt
steigt die zehen
füße hinauf
vor zeiten standen wir nebeneinander
tanzend
die luft am träumen
ein bier?
es läuft marley bob
in die knie
wir
ans glücklichsein erinnert





Sie sind da.

Um dich. Und überall.

Und überhaupt immer da.

Du siehst sie nicht.

Aber kannst sie spüren.

Wie sie dich führen. Durch Neues und Fremdes.

Wie sie mit dir Türen öffnen. Türen, wo du keine erwartest.

- und wo für niemand anderen Türen sind.

Wie sie dir Mut geben.

Dich mutig sein lassen auf den Wegen deiner Träume.

Dir die Richtung weisen. Spürst du dieses leise wehen?

Du siehst sie nicht.

Aber du kannst ihnen vertrauen.

Sie teilen ihre Flügel mit dir, damit du sie zum Fliegen nutzt.

Sie lassen dich schweben, aber nie den Boden unter den Füßen verlieren.

Sie sind wachsam und halten ihre schützenden Hände über dich.

Sie werden dir immer zur Stelle sein.

Auch wenn sie so hoch fliegen, dass du sie nicht zu sehen scheinst,

verlieren sie dich doch nie aus den Augen.

Du siehst sie nicht.

Aber sie lassen dich verstehen.

Verbunden zum Himmel. Geschickt von Gott.

Unerwartet und Unverdient.

Sie haben die Schlüssel zu deinem Herzen.

Du siehst sie nicht.

Aber du kannst sie hören. Sie sprechen Worte, die dir unvergesslich bleiben.

Worte die Ermutigung im Zweifel geben. Worte einer helfenden Hand.

Worte durch eine sanfte Berührung. Tröstende Worte.

Worte die du nur mit dem Herzen verstehst.

Ein Lufthauch um dich.

Sie sind da.

Sie sind da, wo du bist.